Restaurant Saffron (Renu Homsombat) - Pop-Up at Ecco Zürich

Restaurant Saffron (Renu Homsombat) - Pop-Up at Ecco Zürich

Dass Zürich dem Pop-Up Fieber verfallen ist, ist wohl kein Geheimnis mehr. Es gibt vermehrt Köche, die keine Lust mehr haben auf die Zwänge und die finanziellen Bürden eines Restaurants. Die Lösung: Pop-Up. Für viele Chefs scheint dies mittlerweile eine richtige Leidenschaft geworden zu sein. Stefan Heilemann, vom zweifach besternten Ecco in Zürich, habe ich bis jetzt nicht unbedingt zu dieser Kategorie gezählt. Doch Tatsache ist, dass er im Moment als Gastkoch im Banyan Tree Hotel in Bangkok für Furore sorgt. Sein Stammhaus in Zürich ist während seiner Abwesenheit jedoch nicht verwaist. Der langjährige Thailand-Fan Heilemann hat dafür gesorgt, dass die thailändische Spitzenköchin Renu Homsombat, die Corporate Chef aller Saffron Restaurants der Banyan Tree Hotels ist, für ein Gastspiel nach Zürich kommt. Bis zum 6. August übernimmt Sie das Zepter am Herd des Ecco und gewährt den Gästen gemeinsam mit ihrem kleinen Team einen Einblick in die königliche Thaiküche. Am Eröffnungsabend Ihres Pop-Ups bekomme ich die Gelegenheit das gesamte Menü zu verkosten. Stilecht begleitet von Singha Bier.

Los geht's mit einem Snacktrio: Garnele in knusprigen Nudeln, Huhn Satay, Wolfsbarsch Sommerrolle. Homsombat setzt gleich zu Beginn ein Ausrufezeichen. Nie zuvor haben sich Thailändische Aromen so elegant präsentiert. Dabei fehlt nichts von der typischen Intensität. Grossartig.
Als erster Gang wird ein Meeresfrüchtesalat mit Wachtelei und knuspriger chinesischer Wurst serviert. Sensorisch erinnert das an einen Papaya Salat (Som Tam) mit knackiger Säure und durchaus mutiger Schärfe. Die Meeresfrüchte in Kombination mit Ei und Wurst stellen dem eine gehörige Portion Umami entgegen. Ein gelungener Einstieg ins Menü.
Nun folgt eine Kokosnuss Cappuccino mit scharfen Geflügel Wonton. Herrlich säuerlich-frisch abgeschmeckt und erneut geprägt von einer prononcierten Schärfe. Dieser Gang macht Lust auf mehr!

Weiter geht's mit Lachs in Phuket & roten Bio Nudeln verpackt und Kokosnuss Curry. Im ersten Moment scheint dieses Gericht, im Vergleich zu den bisherigen Tellern, etwas zahm daher zu kommen. Doch die Cremigkeit des Currys und der fette Fisch werden von einer hintergründigen Schärfe begleitet, die im Nachhall ordentlich Bumms hat. Das heimliche Highlight hier sind jedoch die kleinen Stücke gepickelter Gurke. Sobald sich davon ein Stück auf den Löffel verirrt entfaltet sich am Gaumen erst das gesamt Potenzial dieses Currys.
Ein kleines Erfrischungsintermezzo in Form eines Ananas-Chili Sorbets erreicht meinen Tisch (ohne Bild). Ein fruchtig-kühler Happen, bei dem die Chiliaromatik für meinen Geschmack noch etwas ausgeprägter sein dürfte.
Mit den sanft gegarten Rinder Short Ribs und Longan folgt das Highlight des Menüs. Ultrazartes, würziges Fleisch, begleitet von auf Holzkohle gegrillten Longan (eine der Litschi ähnlichen Frucht) und einem kleinen Salat von eingemachtem Gemüse. Das ist nichts weniger als spektakulär. Vor allem die Rauchnote der kleinen Früchte sorgt für ein aussergewöhnliches Esserlebnis.
Als Hauptgang lässt Homsombat Entenbrust mit cremiger Panaeng Curry Sauce und Pickles servieren. Wie beim Lachs zuvor wirkt das ebenfalls ein bisschen gar handzahm. Doch im Gegensatz zum Fischgericht sorgt hier keines der Elemente dafür, dass der Gang noch merklich an Fahrt aufnimmt. Gut, aber längst nicht in der Liga der bisherigen Gerichte.

Ganz klassisch das Dessert: Mango Sticky Rice. Keine Spur von klebriger Süsse, sondern ein subtiler Genuss, bei dem lediglich die Reife der Mango nicht ganz auf der Höhe ist. Aber wir sind ja hier schliesslich in der Schweiz. Dennoch gut.
Zum Schluss werden noch einige Friandises aufgetragen: Bananen-Kokosnuss Glacé, Kokosnuss Panna Cotta mit Pandan, gekühltes Roselle-Gelée mit Litschi-Schaum. Sehr schön.

Das war ein ausserordentlich gutes Menü. Klare Aromen, Gerichte die von einer ungewohnten Eleganz geprägt sind, ohne dabei die typsiche Würze in Form von ausgeprägter Säure und Schärfe vermissen zu lassen. Wer in den Genuss von authentischer, modern interpretierter königlicher Thaiküche kommen möchte, muss momentan nicht zwingend ins Land des Lächelns reisen. Ein Ausflug an den Fuss des Üetlibergs ins Atlantis by Giardino reicht. Renu Homsombat und ihr Team kochen noch bis zum 6. August in der Limmatstadt. Ein Pflichbesuch für alle Essbegeisterten.


Ecco Zürich
Döltischweg 234
8055 Zürich
Schweiz
+41 44 456 55 33
Website


Mein Besuch wurde vom Restaurant unterstützt